Weltweit werden jährlich rund zwei Milliarden Tonnen Zuckerrohr geerntet – deutlich mehr als beispielsweise Weizen. Die dabei anfallenden Reste, die sogenannte Bagasse, bieten ein lange ungenutztes Potenzial als Dämm- und Baustoff. Forschende der University of East London kombinierten die Pflanzenfasern mit mineralischen Bindemitteln wie etwa Natriumsilikaten zum sogenannten „Sugarcrete“. Die entstandenen Blöcke sind leicht aber stabil, und sie lassen sich mit Kalkmörtel einfach verbinden. Die Vorteile sind vielfältig. So wandelt die schnellwachsende Pflanze Kohlendioxid rund 50-mal schneller in Biomasse um, als Bäume und ihr CO2-Fußabdruck ist sechsmal kleiner als der von herkömmlichen Ziegeln. Auch ist die Pflanze im globalen Süden weit verbreitet, die Transportwege der neuen Baustoffe sind entsprechend kurz. Dank der mineralischen Zugaben wird außerdem der Brandschutz gestärkt. Bemerkenswert: Die Entwickler haben absichtsvoll auf einen Patentschutz verzichtet, um dem neuen Baumaterial weltweite Partnerschaften zu ermöglichen.
September 2026
Fachwissen - Nachhaltig Bauen mit Zuckerrohr

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