Mai 2026

Fachwissen - Selbstheilender Beton

Eine Nahaufnahme aus zeigt eine Betonwand mit einem markanten Riss, der vertikal über die Oberfläche verläuft. Der tiefe und gezackte Riss bildet einen starken Kontrast zum fleckigen Grau des Betons.

Innovativ, sicher und kostensparend

Beton ist Baustoff Nummer Eins und bleibt es vermutlich, wenn auch bei sinkender Bedeutung. Grund genug für Forscher auf der ganzen Welt, den soliden Alleskönner weiter zu optimieren. Zum Beispiel, was Risse betrifft. Gerade beim Bauen mit Stahlbeton sind diese schwer vermeidbar und können durch eindringendes Wasser problematisch und reparaturkostenintensiv werden. Unter anderem untersucht ein Projekt an der TU München, wie Beton selbstheilende Eigenschaften erhalten kann. Dazu kombinieren sie den Baustoff mit Zusatzstoffen, etwa mit einem Hydrogel. Dieses wird als Pulver eingebracht und beginnt, sich auszudehnen, wenn es mit Wasser in Berührung kommt. Ähnlich funktioniert ein Versuch mit Epoxidharz, das in Kapseln in den flüssigen Beton gegeben wird. Tritt ein Riss auf, öffnen sich die Kapseln und das austretende Harz „heilt“ die Lücke. Besonders spannend sind auch verschiedene Projekte, die mit Bakterien arbeiten. Treten diese mit Wasser in Verbindung, produzieren sie Kalk, einen Hauptbestandteil von Beton, der Risse verschließt. Dazu werden sie unter anderem in Lehmkugeln eingeschlossen, in denen sie bis zu 200 Jahre überdauern können. Erst bei eindringendem Wasser werden sie aktiv. Bei Laborexperimenten erwiesen sich alle Ansätze als chancenreich – Praxistests folgen.

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