Luftreinigend, kühlend und wirtschaftlich
Ohne Moos nix los? Die Gründer des niederländischen Start-ups Respyre würden sofort zustimmen. Zurückgehend auf eine Idee an der TU Delft, beschäftigt sich das Unternehmen mit dem unterschätzten, teils sogar unbeliebten Pflanzentyp. So ist der Glaube verbreitet, dass Moose Betonmauern schädigen würden, wobei in Wirklichkeit fast das Gegenteil der Fall ist: Moose zeigen nur als Indikator bestehende Schäden an. Respyre tritt zur Ehrenrettung der grünen Kleinpflanzen an und hat einen biorezeptiven Moosbeton entwickelt. Dieser besteht aus einer Schicht Recyclingmaterial, das auf bestehende Strukturen aufgebracht werden kann und perfekte Bedingungen für Mooswachstum bietet: porös und wasserrückhaltend. Alternativ kann das Moos aufgepfropft werden, um das Wachstum zu beschleunigen. In jedem Fall entstehen Fassaden oder Dächer, die ihre Umgebung signifikant kühlen. Während konventionelle Betonwände im Hochsommer bis zu 60°C heiß werden können, sind es bei Mooswänden nur 30°C. Auch verbessert Moos die Luftqualität, filtert Feinstaub und sorgt obendrein für Schalldämmung. Dabei ist Moos pflegeleicht, braucht keine Pflanzgefäße und keine Bewässerung – enorm wirtschaftlich. Bislang bietet Respyre Fassadenelemente sowie Dachziegel an, die jeweils mit unterschiedlichen Moosarten besiedelt werden können.
