Oktober 2026

Fachwissen - Nachhaltig Bauen mit Recyclten Textilien

Nachhaltig Bauen mit Textilmüll

Weniger als 1 Prozent des weltweiten Textilmülls wird derzeit zu neuer Kleidung recycelt. Unschöne Bilder von ausrangierter und exportierter Fast-Fashion-Ware in wilden Müllhalden im globalen Süden machen längst die Runde. Andere Lösungen müssen also her. Hier setzen verschiedene Start-ups an, die aus Textilabfall Elemente für die Bauwirtschaft entwickeln, sowohl für den Innen- als auch den Außenbereich. 

Das dänische Start-up Kvadrat Really entwickelt etwa Tischplatten oder Regalbretter und Möbeltüren aus Textilabfall und Bindemitteln aus Abfallklebstoff. Die robusten Bretter mit kratzfesten Oberflächen reduzieren den CO2-Fußabruck im Vergleich zu konventionellen Platten um rund 30 Prozent. 

Ebenfalls aus gepressten Textilfasern sowie mit Hilfe von ökologischen Bindemitteln stellt das Pariser Studio FaBRICK hingegen Ziegelformate für den Innenausbau her. Sie sind nicht nur stabil, sondern auch schallabsorbierend und wärmedämmend. 

Wieder aus Dänemark kommt ein drittes Unternehmen, das sich auf den Outdoorbereich fokussiert. Hier werden Textilien zu Terrassendielen, Zaunlatten oder sogar für wetter- und wasserfeste Badestege oder Bootsanleger upgecycelt – nach Angaben des Herstellers sogar komplett bindemittelfrei.

Damit wird aus einem Abfallproblem ein neuer Baustoff und aus Textilrecycling eine weitere Möglichkeit, Materialien im Baukreislauf zu halten.

Nach Oben